Heinrich Blanc

Heinrich Blanc wurde 1896 in dem kleinen Waldenser-Dorf Großvillar, das heute zur Gemeinde Oberderdingen gehört, geboren. Sein Vater Jakob Blanc war Wagner und Bauer. Die Blancs sind eine Waldenser-Familie, deren Vorfahren 1699 aus Frankreich einwanderten. Er wuchs im Kreis mehrerer Geschwister auf, besuchte nach der Volksschule die Handelsschule und machte seine kaufmännische Lehre bei der früheren Firma M.A. Lämmle AG, später Malag, eine Herdfabrik in Bretten. Bei Malag beobachtete er, dass die Herdfabriken erhebliche Probleme mit der Zulieferung von Herdwasserschiffen für Kohleherde hatten. Daraus entsprang seine Idee, sich selbständig zu machen.

1925 gründete er die Blanc & Co. in Oberderdingen und begann mit der Produktion von Herdwasserschiffen. Sein Vorsprung vor der Konkurrenz war, dass er wesentlich zuverlässiger und schneller liefern konnte. In den darauf folgenden Jahren wurden weitere Produkte aus Kupfer, Nickel verzinktem Kupfer und Aluminium hergestellt, wie bspw. Bettflaschen, Milchkannen usw.
Er erkannte jedoch als rastloser Unternehmer früh weitere Geschäftsmöglichkeiten mit der Herdindustrie und gründete im Jahr 1931 die E.G.O. Blanc und Fischer, ebenfalls in Oberderdingen, als Joint Venture mit dem Erfinder Karl Fischer aus Oberweiler im Schwarzwald , an dem beide mit je 50% beteiligt waren.

Die E.G.O. stellte Gußkochplatten her, die Karl Fischer erfunden hatte, sowie Rillenrohrheizkörper, die Vorgänger der späteren Rohrheizkörper. Auch Schalter und die ersten Regler gehörten zu dem Programm.
Während der Kriegsjahre waren beide Firmen zwangsweise in die Rüstungsindustrie eingebunden.

Nach Ende des 2. Weltkrieges begannen sowohl die Blanc & Co. als auch die E.G.O. wieder mit der Produktion von Erzeugnissen für die zivile Wirtschaft.
Bei der Blanc & Co. begann Heinrich Blanc Anfang der 50er Jahre mit der Verarbeitung von Chrom-Nickel-Stahl. Die Produkte wurden unter dem Namen Blanco verkauft, später wurde die Marke in den Firmennamen übernommen. Die E.G.O. und die Blanco wuchsen in dieser Zeit des sog. Wirtschaftswunders sehr stark.

Heinrich Blanc, der schon in früher Jugend zuckerkrank wurde, starb sehr früh 1960 mit 63 Jahren. Das Unternehmen Blanco wurde von seinem Sohn Heinz Blanc fortgeführt und später von seinem Enkel Frank Straub. Sowohl die E.G.O. als auch die Blanco gehören heute zur Familienunternehmensgruppe Blanc und Fischer.

Heinrich Blanc war ein Familienmensch und Menschenfreund. Seine einfache Herkunft hat er nie verleugnet und hatte auch deshalb immer zu allen Menschen in und um seinen Betrieb ein sehr gutes Verhältnis. Seine Leidenschaft war neben seinem Unternehmertum die Jagd.